Das zerstörerisch-totalitäre Potential der Kunst-Avantgarde

Angesichts der zunehmenden Zensur, der staatlichen Kontrolle und Repression, die wir heute – nicht zuletzt durch die Woke-Bewegung – erleben, ist es notwendig, die Wurzeln dieser Entwicklung zu verstehen. Diese Wurzeln sind vielfältig und reichen zum Teil weit in die Vergangenheit zurück.

In diesem Beitrag werde ich mich mit der bereits über 100-jährigen Ideologie der Kunst-Avantgarde beschäftigen, denn sie hat in vieler Hinsicht die Woke-Ideologie vorweg genommen und sogar vorbereitet. Dieses Thema habe ich bereits ausführlich in meinem Buch Linke Intellektuelle im Dienst des Totalitarismus. Wie die Kunstavantgarde die Woke-Bewegung bereitete – das Beispiel John Cage behandelt.

Der Text, den ich hier vorstelle, ist der Wortlaut des Vortrags, den ich am 9. November 2025 auf der Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle an der Saale gehalten habe, als ich mein Buch dem Publikum vorgestellt habe. (Radio Kontrafunk hat eine Audio-Aufnahme des Vortrags gemacht, die Sie hier anhören können.)

Tom Sora - Buchmesse Seitenwechsel, Vortrag
Tom Sora – Vortrag auf der Messe „Seitenwechsel“ in Halle/Saale

Wortlaut meines Vortrag auf der Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle/Saale am 9. November 2025:

Der Begriff NEUE MUSIK

Ich bin Musiker – genauer gesagt : Komponist und Musikwissenschaftler.

Meine Kompositionen wurden von Orchestern, Ensembles und Solisten aufgeführt.Ich habe auch elektronische Musik komponiert.

Als Komponist und Musikwissenschaftler habe ich mich lange Zeit im Milieu der sogenannten „Neuen Musik“ bewegt.

Bei diesem Stichwort NEUE MUSIK muss ich sogleich eine Klammer eröffnen, um zu erklären, was dieser Begriff eigentlich bedeutet.

Er wurde nach dem Ersten Weltkrieg geprägt und bezeichnete damals schlichtweg die „aktuelle oder moderne Musik“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr dieser harmlose Begriff eine deutliche Veränderung.

Das bewirkte maßgeblich Theodor W. Adorno.

Dieser war einer der führenden Köpfe der „Frankfurter Schule“ – einer Gruppierung marxistischer Intellektueller.

Adorno wurde zum wichtigsten ideologischen Mentor der Neue-Musik-Bewegung.

Dies geschah nicht zu letzt dank seines 1949 erschienenen Buchs Philosophie der Neuen Musik.

In diesem Buch teilte Adorno die Musik in zwei Kategorien ein: eine „fortschrittliche“ und eine „reaktionäre“.

(Übrigens — „reaktionär“ ist ein Begriff aus dem marxistisch-leninistischen Jargon. Er bedeutet soviel wie „bürgerlich“ und ist ganz negativ belastet.)

Die Neue-Musik sollte die Alte Musik ersetzen

Die Musik, die in der Fortführung der ästhetischen Kriterien der Musiktradition komponiert wurde, galt für Adorno eben als reaktionär.

Diese alte Musik sollte mit einer grundsätzlich NEUEN, fortschrittlichen Musik ersetzt werden.

Die meisten Musiker und Musikpublizisten, die zur fortschrittlichen Fraktion gehören, hatten dieselbe Einstellung.

Ein Beispiel für diese radikale Haltung gegenüber der Tradition lieferte Pierre Boulez, einer der berühmtesten Komponisten der Neue-Musik-Szene.

Er forderte 1967, dass alle Opernhäuser der Welt in die Luft gesprengt werden.

Ein anderer prominenter Vertreter der musikalischen Fortschrittsfraktion war der Komponist und Schriftsteller John Cage, über dem in meinem Buch viel die Rede ist.

Wie klang die Neue-Musik?

Nun — Was war denn diese NEUE MUSIK — konkret?

Wie klang sie?

Welches waren ihre Prinzipien?

Die pauschale, aber nicht inkorrekte Antwort ist folgende:

Die Neue Musik war ein Klangfluss ohne Melodie, ohne Rhythmus und ohne Harmonie.

In den 1950er Jahren wurde sie hauptsächlich mithilfe mathematischer Rechnereien erzeugt.

Aus ihr wurde ganz bewußt jede Schönheit verbannt, denn es sollte eine ausdruckslose Klangkunst sein.

Ein erster Höhepunkt dieser Praxis war in den Fünfzigern die massenweise Erzeugung sogenannter „serieller Klangstrukturen“.

Diese Benennung bestätigt bereits meine obige Definition.

Ab den 1960er Jahren kamen noch andere, vielleicht noch radikalere Methoden der Zerstörung des üblichen Musikvokabulars hinzu.

Die Neue-Musik-Bewegung führte die Ästhetik der Avantgarde der 1920er Jahre weiter

Diese destruktive Ästhetik war aber eigentlich gar nicht neu.

Sie war im Kern die aktualisierte Ästhetik der Avantgardebewegung aus des der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Deswegen wurden die Komponisten, die nach 1950 „Neue Musik“ schrieben, zu Recht zur Avantgarde gezählt.

Wie ich zu diesem Buch kam

Nun werden Sie vielleicht fragen, was diese ganze Erzählung über die Neue-Musik mit mir und meinem Buch zu tun hat?

Ich möchte Ihnen erzählen, warum und auf welche Weise diese Neue Musik mit der Entstehung meines Buchs zusammenhängt:

Nie habe ich an die Ideologie der Neuen Musik geglaubt. Aber ich habe mich zur Zeit meines Studiums als angehender Komponist probeweise auf sie eingelassen.

Das dauerte jedoch nur sehr kurze Zeit.

Mein Kompositionsstil war und ist zwar modern, aber er entspricht nicht den Prinzipien der NEUEN MUSIK.

Aber als Musikwissenschaftler habe ich mich von Anfang an hauptsächlich mit der Neuen Musik beschäftigt.

Ich wollte ihren ideologischen Hintergrund verstehen und ihre eigentliche Botschaft entschlüsseln.

Aber das bedeutete , dass ich mich gleichzeitig auch mit der Ideologie der Avantgarde beschäftigte.

So bin ich also über das Thema NEUE MUSIK zum Thema Avantgarde gekommen.

Im Verlauf meiner Recherche war ich dann sehr überrascht zu erfahren, dass die Basis der Ideologie der Kunstavantgarde, die revolutionäre Lehre des Marxismus-Leninismus ist.

Über diesen Pfad kam ich also zum Themen meines Buches.

Reaktionen auf mein Buch: „brauner Dreck“ und „gequirlte Scheisse“

Es gibt natürlich Personen, die ein solches Buch ablehnen.

Denn die Entlarvung der Destruktivität der linksextremen Avantgarde-Ideologie und die Aufdeckung ihres Ursprungs im Marxismus-Leninismus passen nicht jedem.

So schrieb zum Beispiel eine Rezensentin folgendes über mich und über mein Buch:

„Um Differenzierung ist es Sora ja nicht zu tun. Er stopft alles in einen einzigen großen Mülleimer.“

Ein anderer Rezensent schrieb (ich zitiere wörtlich):

„Das Buch ist ein brauner Dreck!“

Und weiter schrieb er (ich zitiere wieder wörtlich):

„Soras Buch ist scheiße, sogar gequirlte Scheiße.“

Es gab auch Musikerkollegen, die mir neben robuster Kritik, ihre Entrüstung mitteilten und die mir auch noch väterliche Ratschläge gaben.

So schrieb mir zum Beispiel einer mit Betroffenheit:

„Tom, es ist beklemmend, was aus dir geworden ist.“

Ein anderer schrieb mir:

„Sorry, aber das ist halt schlimmster Bullshit.
Mache Dich nicht mit reaktionären Tendenzen gemein und lass vor allem John Cage in Frieden.“

Ich fragte ihn darauf per mail, ob er nicht vielleicht doch mein Buch in seinem Blog als „schlimmsten Bullshit“ entlarven möchte.

Er antwortete mir, dass er mein Buch auf keinen Fall besprechen würde. Er wird es im Gegenteil vollkommen ignorieren.

Und er schrieb mir noch, dass er auch allen anderen möglichen Rezensenten, die er kannte, raten wird, es zu ignorieren.

An diesen Beispielen sieht man, wie die moralische Überheblichkeit Hand in Hand mit der Zensur und der Ausgrenzung geht.

Positive Kritik

Die meisten Rezensionen waren jedoch sehr positiv.

Publikationen wie „EpochTimes-Deutschland“, “Tichys Einblick“,“Junge Freiheit“, Podcasts von “Kontrafunk“ und „Achgut“ sowie etliche einzelne Stimmen wie die von Vera Lengsfeld lobten mein Buch.

Auch wurde ich zu Videointerviews und Vorträgen eingeladen.

Wer möchte, findet die Liste der Rezensionen auf meiner Website www.tomsora.de, in der Rubrik „Bücher“.

Thema und Aufbau meines Buches

Nun zum Inhalt meines Buches.

Darin vereinen sich mehrere thematische Stränge.

Der Journalist Matthias Nikolaidis schrieb folgendes dazu in seiner Rezension in „Tichys Einblick“:

Es handelt sich eigentlich um drei Bücher in einem, drei sehr kluge Abhandlungen, die ineinandergreifen.
Es verbinden sich Musik- und Kunstgeschichte mit der Geistesgeschichte und mit den kulturpolitischen Tendenzen unserer Gegenwart.

Diese Themenblöcke, von denen Nikolaidis spricht, verteilen sich in meinem Buch auf vier Abschnitte oder Teile:

  • Der erste Teil des Buches heißt: Eine kurze Geschichte der Avantgarde
  • Der zweite hat den Titel: John Cages politische Ziele, Ideologie und Strategie
  • Der Titel des dritten Teils ist: Das Kunstwerk als Propagandainstrument
  • Und der vierte Teil heißt: Einige psychologischen Gründe für Cages Nihilismus

Der Begriff Avantgarde – Entstehung und Entwicklung bis Lenin

Mein Buch beginnt mit der Schilderung der Entstehung des Begriffs Avantgarde und seiner ideologischen Wurzeln.

Ursprünglich war „Avantgarde“ ein militärischer Begriff, der „Vorhut“ oder „Sturmtrupp“ bedeutete.

Die Aufgabe des Sturmtrupps im Krieg des 18. und 19. Jahrhunderts bestand darin, eine Bresche in die gegnerische Front zu schlagen. Dadurch sollten den eigenen Truppen der Vormarsch und letztlich der Sieg ermöglicht werden.

Der Sozialist Henri de Saint-Simon übernahm diesen Begriff zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Dabei veränderte er seine Bedeutung grundlegend: Und zwar sollten Künstler wie eine Sturmtruppe —also Avantgarde — agieren.

Sie sollten im politischen Umgestaltungskampf in Richtung Sozialismus zur Propaganda-Truppe der führenden Elite umfunktioniert werden.

Diese Künstler sollten dem Volk die Entscheidungen der Elite vermitteln und sie ihm schmackhaft machen.

Sie sollten mit anderen Worten Propaganda für die führende Elite machen.

Diese Propaganda sollte sozusagen eine Bresche in die Meinungsstarrheit des Volkes schlagen.

Deswegen nannte Saint-Simon seine Künstlertruppe „Avantgarde“.

Lenin, Gramsci und die Kunstavantgarde

Lenin übernahm Saint-Simons Ansatz und setzte die Künstler und die Intellektuellen ebenfalls als Propagandisten der Partei ein.

Sie sollten mithelfen, die kommunistische Revolution vorzubereiten.

Lenin betonte, dass Propaganda das A und O der Revolution sei und forderte seine Avantgarde-Propagandisten auf, den Willen der Parteiführung gnadenlos durchzusetzen.

Ich zitiere Lenin etwas ausführlicher:

Die Avantgarde soll so handeln, dass alle übrigen Trupps gezwungen sind anzuerkennen, dass wir Kommunisten an der Spitze marschieren.
Die Zeitungen müssen Organe der Parteiorganisationen werden.
Die Literaten müssen unbedingt Parteiorganisationen angehören.
Verlage und Leseräume, Bibliotheken und Buchvertriebe – all dies muss der Partei unterstehen und rechenschaftspflichtig sein.

Antonio Gramsci setzte nach Lenins Tod diese Strategie noch gezielter fort.

Er verlagerte den revolutionären Kampf noch entschiedener auf die Ebene der Meinungsmache.

Die Propaganda wurde nun die Hauptwaffe zur Ermöglichung der kollektivistische Revolution.

Die Künstler der Avantgarde nach dem Ersten Weltkrieg

In meinem Buch beschäftige ich mich natürlich eingehend mit der Ideologie und den politischen Zielen der Künstler der Avantgarde.

Die Avantgardekünstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts — Futuristen, Dadaisten, Surrealisten (und andere)— inszenierten sich als absolute Individualisten, Freiheitsfanatiker und Rebellen gegen jede Autorität.

Dabei waren sie jedoch alles andere als das.

Sie hatten eine profund kollektivistische Mentalität und lehnten die freiheitliche, westliche Gesellschaftsordnung radikal ab.

Diese Künstler wollten die bürgerlich-demokratische Gesellschaft zerstören und eine totalitäre marxistisch-leninistische Diktatur errichten.

Sie wirkten genau nach Lenins und Gramscis Leitlinien.

Und zwar agierten sie als Avantgarde der kommunistischen Partei und Bewegung und waren dementsprechend nichts anderes als Propagandisten im Dienste der kollektivistischen Diktatur.

Einige Aussagen der Künstler der Avantgarde

Um das Gesagte zu belegen, werde ich einige Aussagen bekannter Avantgardekünstler wiedergeben.

• Die Futuristen

Die Futuristen, angeführt von Tommaso Marinetti, proklamierten eine radikale Ablehnung von Kultur und Zivilisation.

Marinetti forderte in seinem Futuristischen Manifest die Zerstörung aller Kulturgüter und rief zu Revolution und Gewalt auf.

Ich zitiere ihn ausführlich, denn auch sein Ton ist vielsagend:

„Wir wollen alle Museen, Bibliotheken und Akademien zerstören…
Los! Entzündet das Feuer in den Regalen der Bibliotheken!
Ergreift die Spitzhacken, die Äxte und die Hämmer und reißt nieder, reißt ohne Erbarmen die ehrwürdigen Städte nieder!“

Er forderte sogar die Zerstörung von Sprache und Denken.
Ich zitiere:

„MAN MUSS DIE SYNTAX ZERSTÖREN.
Futuristische Dichter! Ich habe euch gelehrt, DIE INTELLIGENZ zu hassen.“

• Die Dadaisten

Die Dadaisten, die noch radikaler als die Futuristen waren, forderten unter anderem die Vernichtung der Denkfähigkeit an sich und die Zerstörung des Gedächtnisses und der Kunst.

Tristan Tzara, der Mitbegründer der Dada-Bewegung, erklärte folgendes.
(Ich zitiere ihn ebenfalls ausführlich, um Ihnen auch seinen einmaligen Stil bekannt zu machen):

„Wir Dadaisten spucken auf die Menschheit.
Logik ist immer falsch.
Wir brauchen definitiv unverständliche Werke.
Dada ist Vernichtung der Logik;
Dada ist Vernichtung des Gedächtnisses;
Dada ist Vernichtung der Zukunft.“

Selbstverständlich sollte auch der demokratische Rechtsstaat radikal abgeschafft werden, wie es folgende Sätze Tzaras deutlich zeigen. Zitat:

„Wir — der dadaistische Zentralrat der Weltrevolution — wir werden Weimar in die Luft sprengen.
Es wird niemand und nichts geschont werden.“

Mit „Weimar“ meinte er natürlich die demokratische, rechtsstaatliche Weimarer Republik.

Die Dadaisten forderten also etwas, was Hitler ebenfalls wollte und wenige Jahre später auch durchsetzte: Nämlich die Zerstörung der Weimarer Republik.

• Die Surrealisten

Und André Breton, das sympathische Oberhaupt der Surrealisten, war ein potentieller Massenmörder, der sich wünschte, (ich zitiere wörtlich):

“mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und wahllos, so lange man kann, in die Menge zu schießen“.

Sehr interessant ist auch folgende Aussage von Breton.
Ich zitiere wieder:

Der sexuelle Zynismus muß als eine Langstreckenwaffe eingesetzt werden, um den Zusammenhalt der Familien und Völker zu zerstören.

Somit war es in linksextremen Kreisen bereits vor hundert Jahren klar, dass die gezielte Verwirrung der Sexualität als Waffe eingesetzt werden sollte, um das gute gesellschaftliche Zusammenleben zu zerstören und um die geordnete Gesellschaft zu destabilisieren.

(Siehe in diesem Zusammenhang das heutige Thema „Transgender“,sowie die daraus entstehende Gesetzgebung – hauptsächlich das sogenannte „Selbstbestimmungsgesetz“ in Deutschland.)

In meinem Buch dokumentiere ich auf rund 40 Seiten Zitate dieser Art – und oft noch drastischere – die ich kommentiere und thematisch gruppiere. Zur Sprache kommen geschätzte 50 Avantgardekünstler der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Wer allein diese 40 Seiten meines Buches liest, wird das wahrscheinlich positive Bild, das er von der Bewegung der Kunstavantgarde hatte, definitiv revidieren.

Die Avantgarde hat die destruktive Mentalität der aktuellen linken Bewegungen vorweg genommen

Der Kern der Ideologie der Avantgarde war Zerstörung.

Und zwar Zerstörung der etablierten Werte und der natürlich entstandenen sozialen und politischen Strukturen,
Zerstörung der Kulturinstitutionen,
Zerstörung der korrekten Sprache und des Denkens,
Bekämpfung der Logik,
Abschaffung der Familie und des Volkes,
Ausrottung der Religion,
Zerstörung der Freiheit.

Das Hauptziel der Avantgarde war stets die Umwandlung des demokratischen Rechtsstaates in eine kollektivistische totalitäre Diktatur.

Die Avantgarde hat viele politische Ziele und ideologische Inhalte der aktuellen linken Bewegungen vorweggenommen.

Deswegen bietet die politische Agenda der Avantgarde etliche Analogien mit der Agenda der jetzigen Woke-Bewegung.

Die Liste der Gemeinsamkeiten habe ich gerade vorgetragen.

Aber diese Liste läßt sich auch weiterführen, wenn man mehr ins Detail geht — was in meinem Buch natürlich geschieht.

Die Neoavantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten die revolutionären Ideen der Avantgarde eine bemerkenswerte Wiedergeburt.

Es entstand eine neue Avantgarde-Welle, die der Literaturwissenschaftler Peter Bürger treffend „Neoavantgarde“ nannte.

Der Fokus der Neoavantgarde lag auf kultureller Transformation, und nicht mehr auf dem direkten Staatsstreich im Stile Lenins.

Die ideologische Grundlage dieses Strategiewechsels, bildeten die kulturmarxistischen Theorien der Frankfurter Schule, — maßgeblich vertreten durch Herbert Marcuse und Adorno.

Insofern waren die Künstler der Neoavantgarde bloß ein Teil der viel umfangreicheren Bewegung des Neo-Marxismus.

Trotz dieser strategischen Neuausrichtung in Richtung Kulturveränderung blieb das grundlegende Ziel der Neoavantgarde dasselbe, wie das der alten Avantgarde:

Nämlich die Zerstörung der westlichen demokratischen Welt und der Wille zum langfristigen politischen Umsturz.

Die zynische Doppelmoral der Neoavantgarde

Ein paradoxes Merkmal der Neoavantgarde-Künstler – zu denen auch John Cage zählt – war ihr Verhältnis zum Staat.

Während frühere Avantgardisten oft auf private Mäzene angewiesen waren, profitierten die Künstler der Neoavantgarde nach 1950 häufig von staatlicher Förderung.

Sie wurden zu Nutzniessern des „Systems“, das sie gleichzeitig bekämpften.

Diese Situation wurde durch die liberale Toleranz der westlichen Gesellschaft ermöglicht, die selbst radikale Kritik duldete, solange diese nicht gewaltsam wurde.

Diese Toleranz erlaubte es gut bezahlten Kunstprofessoren, ihre Studenten aktiv zur Bekämpfung des Systems zu ermutigen.

Auch dieser Aspekt verdeutlicht die Doppelmoral der staatlich geförderten revolutionären Künstler.

Cage wollte die Revolution und den Kommunismus MaoTse-tungs im Westen durchsetzen

Zu den staatlich geförderten Revolutionären zählte auch John Cage, der wie gesagt einer der bedeutendsten Künstler der Neoavantgarde war.

Trotz seines Erfolgs und der materiellen Sicherheit, die ihm die liberale Gesellschaft bot, war Cage zutiefst unzufrieden mit der westlichen Demokratie.

Er wollte sie durch eine Diktatur ersetzen und betonte ausdrücklich, dass seine (Zitat:) „eigentliche Aufgabe“ die Revolution sei.

Und er war ein absoluter Bewunderer Mao Tse-tungs und des kommunistischen Chinas.

Cage betrieb (Zitat) „ein methodisches Studium der Schriften Mao-Tse-tungs“ und er war überzeugt, dass das maoistische Modell (Zitat) „die Befreiung eines Viertels der Menschheit“ ermöglicht habe.

Er erklärte ausdrücklich, dass er den maoistischen Kommunismus weltweit durchzusetzen wollte.

Cages Maßnahmen zur Zersetzung der freiheitlichen Gesellschaft

Cage tat alles in seiner Macht stehende, um die freiheitliche Gesellschaft zu untergraben.

Sein großer Bekanntheitsgrad und seine vielen Schriften sicherten ihm einen großen Einfluss.

Seine Texte und Interviews waren eine seiner Plattformen.

Aber er wirkte auch als Universitätsdozent an der Destabilisierung der Gesellschaft.

Er praktizierte in seinen Seminaren und Kursen die sogenannte „deschooling“, also „Entschulung“ – eine gezielte Zerstörung des Bildungssystems.

Zur „Entschulung“ gehörte zum Beispiel die Abschaffung von Prüfungen.

Cage unterrichtete oft ganz gezielt und bewusst wirklich gar nichts, was seine tiefe Verachtung von Wissen, Kompetenz und Verantwortung verdeutlicht.

Zudem befürwortete er Sprachzensur, etwa die Eliminierung von Begriffen wie „Größe“, „Kraft“ oder „Macht“.

Das war eine Praxis, die eine klare Analogie zur heutigen Woke-Sprachpraxis aufweist.

Seine Befürwortung der „positiven Diskriminierung“ zeigt ebenfalls seinen kollektivistischen Ansatz.

All dies lässt erkennen, dass Cage die Vorgehensweise der heutigen Wokeness– und cancel-culture vorweggenommen hat.

Das destruktive ideologische Programm Cages

Passend zur „Entschulung“ warb Cage in seinenTexten für ein destruktives Gesellschaftsmodell.

Er forderte die Abschaffung der Berufe und die Auflösung der Arbeitsteilung, um eine Gleichschaltung der Gesellschaft und die Eliminierung von Expertise und Kompetenz zu erreichen.

Er forderte somit eine Welt ohne Arbeit, Denken, Verantwortung und Gefühle, in der Leistung keine Rolle mehr spielen sollte.

Nicht zu letzt plädierte er für die Abschaffung von Geld und Privatbesitz.

Und er entwarf eine dystopische, kollektivistische Vision, in der auch Kunst und Musik keinen Platz hatten.

Selbst der Beruf des Komponisten sollte obsolet sein.

Dieses Gesellschaftsmodell, das auf den Prinzipien des Nihilismus und der Gleichschaltung basiert, verdeutlicht das Ausmaß seiner revolutionären Ambitionen.

Das Kunstwerk als Propagandainstrument

Passend zu seiner Vision einer Gesellschaft ohne Kunst, entwickelte Cage komplexe Methoden, die darauf abzielten, sprachliche und musikalische Sinnlosigkeit zu erzeugen. Seine nach diesen Methoden gemachten Kunstwerke hatten programmatisch keinen Sinn.

Diese destruktive Auffassung bezeichne ich in meinem Buch als „Ästhetik der Leere“. (— Ich meine hier „Leere“ geschrieben mit zwei E – also das Vakuum.)

Ein bekanntes Beispiel für diese „Ästhetik der Leere“ ist sein Klavierstück 4’33“, das aus vier Minuten und 33 Sekunden sogenannter Stille besteht — also eigentlich aus NICHTS.

Wer einen tiefen Einblick in die Werkstatt eines destruktiven Künstlers gewinnen möchte, wird in meinem Buch sehr vieles entdecken können.

Das gilt natürlich auch für die Musiker und Musikwissenschaftler, die sich bisher öffentlich nicht ernsthaft mit meinem Buch auseinander gesetzt haben.

Fazit — Zusammenfassung

Zum Schluss möchte ich festhalten, dass die Schwächung des Westens durch die jahrzehntelange Sabotagearbeit vieler arroganter und verantwortungsloser Intellektueller und Künstler mitverursacht wurde.

Auf ideologischer Ebene haben subversive Persönlichkeiten ununterbrochen und leider erfolgreich Propaganda für die Abschaffung der Demokratie und der freien Marktwirtschaft betrieben. Sie wollten stets die westliche Gesellschaft destabilisieren und letztlich unsere Zivilisation und Kultur zerstören.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen sie wesentlich dazu bei, die destruktive, totalitäre Ideologie der frühen Avantgarde Bewegung zum Mainstream zu machen – eine Entwicklung, die sich heute im „Great Reset“ und in der Woke-Bewegung fortsetzt.

Es gibt zwar inzwischen viele Stimmen, die hervorragende politische Aufklärung betreiben, aber im Bereich der Kultur sind wir noch weit entfernt von einer umfassenden Auseinandersetzung.

Es ist an der Zeit, dass Intellektuelle und Künstler des Typus-John-Cage ihrer Aura enteignet werden.

Teilen Sie diesen Beitrag in:

Schreibe einen Kommentar